2017 Seminar „Hilfe für Helfer“

12 Seiten Information und Links für pflegende Angehörige 12 Seiten Information, Hilfe für Angehörige und aktuelle Links (Druckversion)

Derzeit werden 71 % der Pflegebedürftigen von ihren Familien betreut und versorgt, was meist eine große Belastung für die Angehörigen ist. Auch in Zukunft wird sich diese Situation weiter verschärfen, da sich nach Schätzungen die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis im Jahr 2030 auf 3,4 Millionen erhöht.

Die Seminarreihe sensibilisiert für das Krankheitsbild „Demenz“ und informiert beispielsweise über Hilfestellungen für pflegende Angehörige. Darüber hinaus werden praktische Hilfen sowie Tipps zum Umgang mit Demenzkranken vorgestellt. Gruppenerfahrung sowie Erweiterung der Verhaltensspielräume werden erklärt und es wird hinreichend Raum geboten für Fragen und Diskussion – gerade auch in Bezug auf persönliche Erwartungen und Befürchtungen – seien es das eigene Altern im Besonderen oder die Überalterung der Gesellschaft im Allgemeinen.

Mit dieser Vortragsreihe richtet sich das Freiwilligenzentrum an ehrenamtlich Tätige, als Fortbildung für Seniorenbegleiter und alle Interessierten, die sich der „Herausforderung „Demenz“ stellen wollen.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.30 Uhr im Erika-Pitzer-Begegnungszentrum, Blücherstraße 23, 61231 Bad Nauheim.

Im Anschluss erhalten die Teilnehmer in einer Gesprächsrunde die Möglichkeit Fragen zum Thema zu stellen und sich auszutauschen.

Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden und kosten jeweils 3 €. Für Mitglieder des Freiwilligenzentrums sind sie kostenfrei.

Bitte melden Sie sich vorher an.

Demenzvideos für pflegende Angehörige

hilfe-f-helfer-leben-im-alltag-1-halbjahr2017 (Druckversion)

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Termine 2017:

Freitag, 10.03.2017     Tinnitus

Referent: Christian Bach, Tinnitus-Therapeut

Der Tinnitus entsteht im Hörzentrum des Gehirns und hat nichts mit den Geräuschen zu tun, die den Menschen umgeben. Mit ausgefeilten Techniken ist es dennoch inzwischen möglich, die Art und Stärke des Tinnitus objektiv zu bestimmen. Menschen die an Tinnitus leiden – lästigen bis extrem störenden Ohrgeräuschen – finden schneller den Weg zum HNO-Arzt. Auch hier gilt: Je früher, desto besser sind die Aussichten auf Linderung oder Heilung. Die ärztliche Diagnose ist die Basis für die äußerst differenzierte Untersuchung der Ursachen und der individuellen Erscheinungsformen der Störgeräusche. Danach beginnt die Trainingsphase, welche die neuesten international anerkannten Methoden nutzt. Die Patienten lernen, diese Methoden einzeln oder in Kombination anzuwenden, und können sie anschließend selbstständig zu Hause anwenden. Die bisherigen umfangreichen Erfahrungen zeigen, dass zielgerichtetes Arbeiten das Problem Tinnitus lösen kann.

Donnerstag, 06.04.2017      Sturzprophylaxe

Referentin: Maren Sykora, Therapeutin, Seniorenresidenz

Pflegende Angehörige und Senioren-und Demenzbegleiter sollen in der Lage sein, wirksam einzugreifen, um Stürze zu vermeiden und Sturzfolgen auf ein Minimum zu reduzieren.

Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Hälfte aller über 70-jährigen bereits einmal oder mehrmals gestürzt sind. Die Folgen sind oft schmerzhafte Hämatome und Prellungen. Von allen Stürzen haben 15% ernsthaftere Verletzungen zur Folge (Kopfverletzung, Frakturen). Die häufigsten Verletzungen sind Oberschenkelhals – oder Oberschenkelfrakturen, Oberarm – und Schulterfrakturen.

Stürze können psychische und soziale Folgen haben, wenn aus Angst vor weiteren Stürzen die Mobilität eingeschränkt wird.

Donnertag, 11.05.2016     Augengesundheit

Referentin: Dr. Sybille Hettinger, Augenärztin         

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Erst wenn die Augen nicht mehr so können, wie sie sollen, erkennen wir, wie wertvoll das Augenlicht ist. Gesunde Augen und gutes Sehen sind daher ein wesentlicher Faktor für eine gute Lebensqualität. Die steigende Lebenserwartung hat zur Folge, dass Augenerkrankungen in der Bevölkerung zunehmen. Es wird immer mehr Patienten mit altersabhängiger Makula-Degeneration( AMD ), Grünem Star (Glaukom) und Gefäßerkrankungen der Netzhaut geben. Auch können sich Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck am Auge bemerkbar machen. Erfreulicherweise gibt es aufgrund wissenschaftlicher Fortschritte mittlerweile viele wirksame Maßnahmen, um verschiedene Formen der Altersblindheit zu verhindern. Mit dieser Information wenden wir uns an Menschen jeden Alters und möchten wertvolle Informationen über besondere medizinische Bedürfnisse und Vorsorgeuntersuchungen in Bezug auf die Augen-Gesundheit liefern.

Donnerstag,  22.06.2017     Keine Angst vor dem Altenheim

Referent: Marco Winkel, Pflegedienstleiter Elisabethhaus

Wie bereite ich meinen Umzug in ein Altenheim vor (Auswahl, Besichtigung, Anmelden, Wohnungsauflösung usw. Was ist zu beachten? Wann ist die beste Zeit um in ein Altenheim zu gehen? usw. Bei Interesse kann im Anschluss an den Vortrag einen Besichtigungstermin in der Diakonie angeboten werden.

Donnerstag, 20.07.2017     Pflegestärkungsgesetz

http://www.pflegestaerkungsgesetz.de/fileadmin/user_upload/Unterseite_Informationsmaterial/Downloads/Pflegestaerkungsgesetze_wichtigste_im_Ueberblick.pdf).

Referentin: Ellen Benölken, VdK Kreisverband Friedberg

Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz werden der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt.

Die bisherige Unterscheidung zwischen Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen und Demenzkranken werden wegfallen. Im Zentrum steht der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Einzelnen. Dadurch wird die Pflegeversicherung auf eine neue Grundlage gestellt

Ellen Benölken ist die Vorsitzende vom Sozialverband VdK Kreisverband Friedberg, Neutorgasse 1, 61169 Friedberg. In ihrem Vortrag geht es um das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) und deren Änderungen ab 2017. Die völlig neue Definition der Pflegebedürftigkeit und die Überleitung von bestehenden Pflegestufen in künftige Pflegegrade verständlich darzustellen. Was ist zu beachten und wann ist der richtige Zeitpunkt für die Antragstellung. Abschließend noch ein kurzer Ausblick auf das PSG III zur Stärkung und zur Änderung weiterer Vorschriften.

Donnerstag, 17.08.2017     Das Recht auf ein Altern in Würde und Selbständigkeit – Demenz verstehen

Hilfen für demenziell Erkrankte u. ihre pflegenden Angehörigen

Referentin ist Ingrid Schmidt-Schwabe, 1. Vorsitzende des Freiwilligenzentrums

Ingrid Schmidt-Schwabe hat 2006 ein Curriculum für die Ausbildung zum Senioren- und Demenzbegleiter entwickelt. Das Curriculum wurde 2008 von der hessischen Pflegekassen anerkannt.

Fit, Aktiv und Selbstbestimmt zu sein, ist der Wunsch beim Altwerden. Aber was passiert, wenn alles anders kommt. Wenn die Einschränkungen im Alter zur Last werden, wenn Demenz auf einmal in den Mittelpunkt des Lebens rückt. Die Welt von an Demenz erkrankten Menschen sowie deren Verhaltensweisen sind oft schwer zu verstehen. Der Vortrag informiert über Krankheitsbild, Verlauf und Behandlung. Weiter werden Problemlösungsansätze angezeigt, die beim Umgang mit demenziell Erkrankten wegweisend sind und es wird auf Entlastungsmöglichkeiten für die pflegenden Angehörigen hingewiesen.

Donnerstag, 21.09.2017     Rechtliches (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht usw.)

Referent: Hospizverein

Drei Instrumente stehen zur Verfügung, um in gesunden Tagen im Sinne der Selbstbestimmung schriftliche Willenserklärungen für den Fall einer späteren Einwilligungsunfähigkeit abgeben zu können:

Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Vorausverfügung einer Person für den Fall, dass sie ihren Willen nicht mehr (wirksam) erklären kann. Sie bezieht sich auf medizinische Maßnahmen wie ärztliche Heileingriffe und steht meist im Zusammenhang mit der Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen.

Die Betreuungsverfügung ist eine Möglichkeit der persönlichen und selbstbestimmten Vorsorge für den Fall, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist, seine eigenen Angelegenheiten zu erledigen. Ihr Vorteil ist, dass sie nur dann Wirkungen entfaltet, wenn es tatsächlich erforderlich wird.

Anstelle der Betreuungsverfügung kann auch eine Vorsorgevollmacht ausgestellt werden.

Donnerstag 19.10.2017     Streßbewältigung – Kommunikation mit demenziell Erkrankten

empfohlene Bücher:

    

            

 

Referentin: Maria Weisser

Um dieser Herausforderung gewachsen zu sein und für verschiedene Situationen Lösungsstrategien zu entwickeln, ist es notwendig, sich mit dem Thema Demenz, besonders auch mit dem Empfinden demenziell erkrankter Menschen, aber vor allem auch mit Kommunikationsmöglichkeiten, auseinander zu setzen.

Mit fortgeschrittenem Verlauf der Demenzerkrankung nimmt die Kommunikationsfähigkeit des Betroffenen immer weiter ab. Die bewusste, verbale Kommunikation wird immer weniger. Für Personen, die mit demenziell erkrankten Menschen zusammenarbeiten, ist es daher wichtig, vielseitige Möglichkeiten der nonverbalen Kommunikation und Interaktion mit demenziell erkrankten Menschen zu kennen.

Dienstag, 14.11.2017     Anti-Aging – Forever young? Sinnvoller Gebrauch von Medikamenten

Referent: Dr. Robert Samaan

Alle Menschen möchten alt werden, doch keiner will alt sein oder alt aussehen. Ein Widerspruch unserer alternden Gesellschaft, der aber gleichzeitig das Interesse an allen Möglichkeiten der Anti-Aging-Medizin weckt. „Forever young“ ist ein visionärer Menschheitstraum: steinalt zu werden und dabei gesund, vital und attraktiv zu bleiben.

Auf dem derzeitigen Wissensstand entstehen neue Strategien, die uns eine lange Lebenszeit in guter geistiger und körperlicher Verfassung ohne vermeidbare Erkrankungen ermöglichen sollen. Ob diese Ansätze mit Anti-Aging, Life-Style-Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sind und eine Verbesserung der Gesundheit tatsächlich zu erreichen ist, darüber wird Dr. Robert Samaan sprechen. Im Sinne von Prävention von Erkrankungen geht er auf die Ernährung, soziale Zufriedenheit und Bewegung ein.